1920

Der Junggesellenclub Elegante Welt, kurz JCEW gennant wurde am 15. Februar 1920 im Gasthaus Billmann (Rosenau) gegründet. Sein Innenleben wurde in einer Satzung von damals 24 Paragraphen manifestiert, die größtenteils heut noch ihre Gültigkeit haben. Die erste protokollarisch dokumentierte Versammlung fand am 25.03. ebenfalls im Gasthaus Billmann statt. Der erste Festball, (damals schon eine geschlossenen Veranstaltung) fand am 10.04. im Saal Albrecht (später Merz) statt. Jeder Aktive, mußte hierzu 30,- Mark entrichten. Es wurden Platzkarten ausgegeben. Desweiteren durften auch "Schwestern" mitgeführt werden. Als erstes Clublokal einigte sich die Versammlung auf das Gasthaus Albrecht. Alljährlich bis zum 2. Weltkrieg wurde das Bärentreiben am Kirchweihmontag vom Club durchgeführt. Bär und Treiber konnten sich freiwillig melden. Der Bär hatte damals einen Bärenkopf übergestülpt und ein Fell angezogen. Der Treiber war wie in der heutigen Zeit gekleidet. Während des Umzuges führte der Treiber den Bären fest an einer Kette. Dieser durfte sich (fast) nur beim Anblick hübscher Mädchen vom Treiber lösen und diese einschwärzen. Der Umzug wurde am Marktplatz (vor dem alten Marktbrunnen) mit dem Bärentanz beendet. Der Bär suchte sich dann von den mitziehenden Mädchen die Schönste aus und eröffnete unmittelbar danach (noch unerkannt und in voller Montur) den Kirchweihtanz der Cones im Saal des Clublokals Albrecht. Erst nach dem Tanz gab er sich durch Ablegen des Bärenkopfes zu erkennen. Am 22.08. (Kirchweihdienstag) fand ein öffentlicher Clubball in der Brauerei Lamprecht statt, der zusammen mit dem "Vergnügungsverein Frankenlust" durchgeführt wurde. Er endete mit einer Anzeige wegen überschreiten der Polizeistunde, sowie des Tanzverbots wegen Seuchenverschleppung. Der JCEW wurde daraufhin zu 513,80 Mark und der Gastronom Christian Lamprecht ebenfalls zu 513,80 Mark verurteilt. Es wurde eine Berufung eingelegt und die Verhandlung im Amtsgericht Markt Erlbach ergabe eine endgültige Strafe von 50,- Mark beiderseits.

1921

Conesbruder Georg Popp stiftete die erste Clubstandarte, die von Sophie Popp gestickt wurde. Die erste Generalversammlung des Clubs fand am 30.01. statt. Der erste Kassenbericht stellte sich wie folgt dar:

Einnahmen 1293,10 Mark
Ausgaben 1228,80 Mark
Kassenstand 64,30 Mark
1922

Am 26.08. wurde anläßlich einer Versammlung im Clublokal Albrecht ein Bild enthüllt das die damaligen Aktiven und die Ehrencones zeigt.

Bild von 1922

Die Versammlung am 21.10. beschloß erstmals, sich Clubabzeichen anzuschaffen. 30 Stück, davon 5 auf Reserve. Sie mußten von den Aktiven käuflich erworben werden und mußten nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Clubleben zurückgegeben werden.

1923

Zum Festball in diesem Jahr spielte die Kapelle des ehemaligen 21. Bayerischen Infanterieregiments Fürth auf. Ihre Gage belief sich damals auf ein paar Stücke Butterbrote. Für jeden aktiven Cones wurde ein eigener "Nachthofen" als Trinkgefäß bestellt (25 Stück)

1925

Das der Club in seinen Anfängen nur gutsituierte Markt Erlbachern eine Aufnahme ermöglichte, zeigt bis auf eine Ausnahme folgende Eintragung ins Protokollbuch vom 11.01.: "In dieser geheimen Sitzung beschließt die Versammlung Herrn Hauptlehrer Christ, ehrenwert und ohne Leistung an Geld und Gut für immer bei unserem Club aufzunehmen" Der Club übernahm offiziell eine Sturmlaterne in sein Inventar, die aus dem Wirtshaus in Hagenhofen stammte. Damit sollte jedem spätheimkehrenden Cones heimgeleuchtet werden.

1927

Aus den Aufzeichnung im Protokollbuch dieses Jahres geht hervor, das der Conesball in dieser Zeit als Maskenball durchgeführt wurde. Die Einladungen erfolgten mit Karten. Tanzgeld wurde eingehoben. Mitglieder sowie geladene Gäste mußten Eintritt zahlen, Ehrenmitglieder hatten freien Eintritt. Meist spielte die Kapelle Westernacher.

1929

In diesem Jahr wurde zur Kirchweih ein Feuerwerk abgebrannt. Es kostete 55,- Mark. In der Versammlung am 07.11. beschloß der Club, sich an der bevorstehenenden Gemeinderatswahl zu beteiligen. Sie stellten eine eigene Liste unter der Parole "Gerechtigkeit ist unser höchstes Ziel" auf. 2 Coneskandidaten dieser Liste schafften auf Anhieb den Einzug in den Gemeinderat (Otto Feuerlein und Christof Bub), wobei Otto Feuerlein sogar die Stelle des 2. Bürgermeisters erhielt.

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